Das Vermögen der Rückversicherer schmilzt
FRANKFURT. Die Rückversicherer sehen sich gerne als Fels in der Brandung. Doch auch in dieser Finanzkrise ist das nur die Theorie. Tatsächlich müssen auch die Stärksten kämpfen. Das zeigte gestern erneut die Swiss Re, und dies werden nach Einschätzung von Analysten auch die Quartalsbilanzen von Hannover Rück und Münchener Rück in dieser Woche belegen.
Die Aktienbaisse erzwingt weitere Abschreibungen. Die Hannoveraner haben bereits vorab Wertverluste von 360 Mio. Euro eingestanden. Bei der Münchener Rück ist ebenfalls von Verlusten auszugehen. Dies ergibt sich schon aus dem Bilanzierungsautomatismus: Ist die Abschreibungsspirale einmal in Gang gesetzt worden, dreht sie sich so lange, bis Ruhe an der Börse eingekehrt ist.
Viele Marktteilnehmer haben das Aktienrisiko der Versicherer bereits abgehakt. Ihr Blick richtet sich nun auf die gewaltigen Bestände an festverzinslichen Papieren. Sie machen zwei Drittel bis drei Viertel des Vermögens der Versicherer aus. Wegen der schieren Masse der Anleihe-Anlagen fallen schon Wertverluste von wenigen Prozent stark ins Gewicht.
"Bei der Bewertung der Anleihenseite trennt sich nun in der Branche die Spreu vom Weizen", sagt Roland Pfänder, Versicherungsanalyst der Commerzbank. Wer früher langweilig und konservativ investierte, stehe heute vergleichsweise gut da, wie etwa die Münchener Rück. Wer dagegen deutlich höhere Risiken eingegangen sei, müsse nun höhere Neubewertungen in Kauf nehmen. Das sei bei Swiss Re der Fall. Die Folge: "Das Eigenkapital reduziert sich deutlich", erklärt Pfänder.
Quelle: Handelsbltatt




